Basel 1507: Mewes memoriert Obrecht. Zur Missa 'Maria zart'
Jacob Obrechts Messe "Maria zart" fusst auf einem bemerkenswerten Lied der Zeit um 1500. Zugleich handelt es sich um ein Hauptwerk des niederländischen Komponisten, das durch den Druck in der Offizin von Gregor Mewes, ca. 1507, einen direkten Bezug zu Basel besitzt. Gute Gründe also, dieses bedeutende Werk näher zu beleuchten. Birgit Lodes führt mit ihrem Vortrag in ein Konzert bei den "Freunden Alter Musik Basel" ein, in dem die Cappalla Pratensis die Messe klanglich präsentieren wird. Am Freitag, 31. März, veranstaltet die Schola Cantorum Basiliensis einen Studientag zum gleichen Thema.
Das Symposium steht am Ende eines dreijährigen SNF-Forschungsprojekts, dem ein zweijähriges Pilotprojekt des SNF («Fagottini and Tenoroons») vorausging. In beiden Projekten wurden kleinformatige Fagotte des 18. und 19. Jahrhunderts – von denen inzwischen ca. 130 historische Exemplare nachgewiesen werden konnten – einer eingehenden Untersuchung unterzogen.
Eingeladene Referent:innen: Donna Agrell (Basel), Áurea Domínguez (Basel), Thomas Drescher (Basel), David Gasche (Graz), Giovanni Battista Graziadio (Basel), Klaus Hubmann (Graz), James Kopp (Portland, OR), Kelly Landerkin (Basel), Vincenzo Onida (Mailand), Zoë Matthews (Boswil), Ricardo Simian (Oslo), Letizia Viola (Basel)
Vorträge und Seminararbeiten zu aktuellen Themen der Generalbassforschung und -praxis.
Mit Julian Behr, Jörg-Andreas Bötticher, Peter Croton, Thomas Leininger u.a.
Die Hochschule für Musik Basel veranstaltet im Januar 2023 den inter- und transdisziplinären Kongress Games as Critical Practice. Ausgehend von der Musik als kreatives Aktionsfeld, pädagogische Praxis und Forschungsgegenstand werden Schnittstellen zu kulturphilosophischen, soziologischen und technologischen Diskursen rund um Spiele und entsprechende Anwendungen des Spielparadigmas (z.B. in der zeitgenössischen Musik, im Game Design oder in der gamifizierten Pädagogik) kritisch beleuchtet.
Kolloquium der Paul Sacher Stiftung
David Miller (University of California, Berkeley): "The University of Washington and the Webern Archive that never was"
Emanuele Franceschetti (Conversatory Luca Marenzio, Brescia): "Sul carteggio Berio-Mila (work in progress): appunti e prospettive"
Um eine formlose Anmeldung unter office-pss@unibas.ch wird gebeten.
Donnerstag-Akademie: 1630 zu Fuss durch Europa - Augustin Güntzers Autobiographie unter musikalischen Gesichtspunkten gelesen
Eine der wichtigsten Quellen zur Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts ist die Autobiographie des Handwerkers Augustin Güntzer (1596-ca.1657), die heute in der Universitätsbibliothek Basel aufbewahrt wird: «Kleines Biechlin von meinem gantzen Leben». Güntzer bereiste zwischen etwa 1615-1621 zu Fuss weite Teile Europas, wobei er in seiner Schrift Erfahrungen festhält, die auf ähnliche Weise auch viele der reisenden Musiker der Frühen Neuzeit gemacht haben müssen. Er schreibt detailliert über das Alltagsleben, über Kunst und Musik in den Metropolen ebenso wie von ständiger Lebensgefahr durch körperliche Gewalt in Krieg, Raubüberfällen oder in Wildnisräumen, die er durchqueren muss.
In seiner Recherche wirft Matthias Klenota neue Fragen für die Aufführungspraxis der Musik um 1600 auf: Welche bisher wenig beachtete Quellen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge können wir konkret in die Musikpraxis integrieren? Was sind dabei Desiderata der Forschung und zu diskutierende Fragen? Ein aktueller künstlerischer Umgang mit der Quelle Güntzers ist M. Klenotas Musiktheater Battaglia (Premiere Gare du Nord Basel, 17.2.2023). Der Vortrag bietet die Gelegenheit Güntzers bedeutenden Text kennen zu lernen, das Originalmanuskript zu sehen und Fragen zu diskutieren.
Internationale Referent:innen berichten über neue Forschungsergebnisse, die Repertoire, Instrumente und Aufführungspraxis betreffen.
Seit 2020 wird an der Schola Cantorum Basiliensis im Rahmen eines SNF-Projektes eine digitale Edition mit Übersetzungen, Kommentar und praktischer Erkundung von Nicola Vicentinos berühmter L’antica musica ridotta alla moderna prattica (Rom 1555) erarbeitet (https://www.fhnw.ch/ plattformen/vicentino21/). Das Symposium nimmt die inzwischen vorlie- genden Resultate zum Anlass, um diesen bislang von der Forschung wie Praxis vernachlässigten und missverstandenen Musiker sowie seine bahn- brechenden Ideen ins Zentrum zu stellen.
Eingeladene Referent:innen: Luigi Collarile (Basel), Catherine Deutsch (Paris), Daniele Filippi (Mailand), David Gallagher (London), Johannes Keller (Basel), Stefano Lorenzetti (Vicenza), Marco Mangani (Florenz), Giordano Mastrocola (Strasbourg), Arnaldo Morelli (Rom), Jessie Ann Owens (Davis, CA), Vicente Parilla (Fribourg), Elam Rotem (Basel), Markus Roth (Essen), Anne Smith (Zürich), Laurie Stras (Southampton), Florian Vogt (Basel), Mara Winter (Basel), Rolf Wissmann (Basel)
Von der ersten Skizze zur Fassung letzter Hand – Opernkomposition und -edition am Beispiel von Gounods 'Roméo et Juliette'
in Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel
mehr über den Referenten
Kolloquium der Paul Sacher Stiftung
Nathan Cobb (University of California, Santa Barbara): "Songs of Humanism: Locating the nascent temporal philosophies of Gérard Grisey and Kaija Saariaho"
Laura Emmery (Emory College of Arts and Sciences, Atlanta): "Jonathan Harvey's String Trio: The Rustic and the Sacred"
Um eine formlose Anmeldung unter office-pss@unibas.ch wird gebeten.